Wacken 2016: Phil Campbell and the Bastard Sons & Lemmy Tribute

Das diesjährige Wacken Open Air Festival ist noch nicht zu Ende, doch gibt es bereits jetzt einiges zu berichten.

Namensänderung: Phil Campbell and the Bastard Sons

Zunächst soll darauf hingewiesen werden, dass das Phil Campbell das Festival zum Anlass für eine Abänderung des Bandnamens seiner ehemaligen All Starr Band nahm. So trat die Band erstmals unter dem Namen Phil Campbell and the Bastard Sons auf (Beweggründe oder Aussagen über die Namensänderung liegen mir nicht vor, doch erscheint es sinnvoll, diese im Rahmen des Festivals bekanntgegeben zu haben, eben um eine möglichst große Zuschauerschaft über darüber informieren zu können). Den Auftritt könnt ihr in voller Länge in der arte.tv Mediathek ansehen, in der ihr u.a. auch die Konzerte von Saxon und Girlschool findet.

Born to lose, lived to win – A farewell to Lemmy Kilmister

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag fand auf dem Festival ebenfalls ein circa halbstündiges Tribute to Lemmy statt. Hierbei wurden zunächst diverse Motörhead Songs durch die Boxen gejagt. Begleitet wurden diese vom über der Bühne installierten Bomber, welcher laut der späteren Aussage von Mikkey Dee hier auf dem Wacken Festival zum letzten Mal einem Publikum vorgeführt wurde. Einige interessante Fakten und Details wurden parallel dazu auf den Leinwänden der Bühnen gezeigt, auf welchen sowohl Video- und Liveausschnitte, wie auch Interviewsequenzen von Lemmy gestreamt wurden. Dort tauchte während Heartbreaker (ab Minute 3:50) mit 2595 die Anzahl von Motörhead gespielter Gigs auf. Auch wenn die präzise Genauigkeit dieser Zahl sicherlich angezweifelt werden kann, steht nun zumindest eine von offizieller Seite herausgegebene Konzertanzahl fest.
Die Bühne war neben dem Bomber und einer Großleindwand mit Lemmys Marshall Amps ausgestattet. Nachdem die Videoeinspielungen beendet waren und Lemmy ein letztes Mal mit seinem obligatorischen ‚Don’t forget us…‘ verabschiedet wurde, kamen zunächst Mikkey Dee und Phil Campbell auf die Bühne und sprachen einige Worte zu den Fans. Sie bedankten sich insbesondere für die Treue und die ununterbrochene Zuneigung der deutschen Fans über all die Jahrzehnte. Beide machten zudem deutlich, dass es nicht in Lemmys Sinn sei, zu trauern, sondern die Musik und Motörhead zu feiern und an die Band zu erinnern. Zum Schluss baten Mikkey und Phil noch einige Road Crew Mitglieder auf die Bühne, auch Wendy, die Frau von Ronnie James Dio, stieß hinzu und sprach einige Worte zu den Fans. Das Tribute könnt ihr euch ebenfalls in voller Länge in der Mediathek von arte anschauen.

Die Sirenen des Bombers sowie die Band in immer noch gewohnter Manier zu hören, doch eine beleuchtete und letztich menschenverlassende Bühne zu sehen, während man sich schon dabei erwischt hat, nun Motörhead wie eh und je spielen sehen zu können, schmerzt ungemein. Wacken ohne Lemmy, Musik ohne Lemmy, ein Leben ohne Lemmy – es ist einfach alles noch so weit entfernt von jeglicher Vorstellungskraft und es wird noch viel Zeit brauchen, dies zu realisieren.

4 Gedanken zu “Wacken 2016: Phil Campbell and the Bastard Sons & Lemmy Tribute

  1. Ramones gab’s ca. 30 Jahre und in der Zeit hatten sie ungefähr 2.000 Shows (hat ihr Road Manager mal erzählt und die genaue Zahl belegt) – da dürften die knapp 2600 Shows bei Motörhead schon passen.

  2. Ich meine auch mal irgendwo von einer weitaus höheren (wenn auch geschätzten) Zahl gelesen zu haben, halte die Größenordnung von ungefähr 2600 Konzerten aber auch für durchaus realistisch – hier lande ich auch ungefähr bei den Konzerten, die ich hier auf der Seite zusammengetragen habe (müsste ich bei Gelegenheit mal zählen). Man glaubt bei den intensiven Touren tatsächlich eher an mehr, aber es gab auch immer mal ein paar Jahre, wo ’nur‘ um die 50 Konzerte oder weniger gespielt wurden.

  3. Ich denke das ist realistisch, das wären ca. 65 Gigs im Durchschnitt pro Jahr.
    Und wenn man die letzten 3 Jahre mal nimmt und die Anfangsjahre mit wenig Gigs dann kommen auf die Restjahre wahrscheinlich an die 75-80 Gigs pro Jahr.

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